Der
Rote Planet Mars stand im Mittelpunkt dieses Astrotages. Mars
kam Ende August in Oposition, und in dieser Zeit war er als heller
roter sternförmiger Punkt am Süd-Osthimmel zu sehen.
Sternwarten, aber auch private engagierte Hobbyastronomen wurden
von der VdS. in ganz Deutschland aufgerufen an diesem Tag Beobachtungen
für den Laien durchzuführen.
BERICHT: Zum Astronomietag
Da
bei uns die Sternwarten nur mit den PKW zu erreichen sind war
dies Grund genug für mich, interessierte Menschen die Möglichkeit
zu geben, mit einem Abendspaziergang oder sei es mit dem Fahrrad
eine Marsfürung zu besuchen. Zudem fragten mich in letzter
Zeit einige Bekannte, ob ich eine astronomische Führung machen
könnte. Der am Stadtrand befindliche Tennispark (Illerspitz),
der gut zu erreichen war, bot sich für diese Aktion an. Es
waren zwar einige störende Lichter bzw. eine Leuchtreklame
in der Nähe, die ich aber mit alten Kartonagen gut in Griff
brachte. Mit dem Allgäuer Anzeigeblatt und einem ansässigen
Radiosender, machte ich auf diesen Astronomietag für Ortsansässige
aufmerksam. Eines der größten Probleme war das Wetter,
und das ich mit meinem Wissen ganz alleine da stand. Das mit den
Wetter hat sich dann von selbst erledigt, es war ein wunderschöner
absolut klarer und warmer Spätsommerabend. Aber das ich allein
war, bekam ich noch zu spüren, ja wenn Tanja (meine Freundin)
mir nicht geholfen hätte, dann hätten mich wohl die
Leute zerissen. Da
Mars durch die dicke
Atmosphäre
und aufsteigende warme Luft nur sehr unscharf zu sehen war, richtete
ich zu
Beginn nur ein Teleskop (VC 200 L mit 1,8 m Brennweite) auf Mars.
Das zweite Fernrohr (C-11) auf den Ringnebel M 57.

Später als Mars hoch genug war, wurde auch das hingeschwenkt.
Nach unser Schätzung kamen an die 50 Personen. Ab 23.45 Uhr
war ich nicht mehr Herr der Lage, die Leute standen Schlange,
um einen Blick durchs Teleskop zu erhaschen. Es kamen sogar Besucher
von der Sternwarte Knottenried, die es noch härter traf.
Man erzählte mir, daß dort an die 150 Menschen über
eine Stunde Schlange standen, um in die Sternwarte zu kommen.
Gegen 2.15 Uhr gingen die letzten Besucher, Tanja und ich waren
ziemlich geschafft und pakten unseren Krempel zusammen.
Der
Hammer kam aber noch: am nächsten Tag klingelte das Telefon
sturm. Viele wollten wissen, ob ich so eine Aktion noch einmal
machen würde. Nicht einmal die Haustür wurde verschont.
Ich faßte mir also ein Herz und setzte für den kommenden
Mittwoch (Oppositionstag) einen neuen Termin. Diesmal erst ab
23.00 Uhr. Das Wetter wollte zuerst nicht so, aber gegen 20.00
Uhr wurde es von Minute zu Minute besser. Ab 22.30 Uhr trudelten
die Leute ein und fagten mich über Mars Löcher in den
Bauch. Die zweite Führung war ein bißchen ruhiger,
es kamen ca. 25 interessierte Personen.