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Das
Wasser des Mars
Der viel kleinere
Mars hat bei nur 6100 km Durchmesser und etwa einem Zehntel der Erdmasse,
an seiner Oberfläche nur 38% der Erdschwerkraft. Dennoch besitzt
er noch recht viel seines ursprünglichen Wasservorrates.
Zu dieser Erkenntnis sind jetzt Wissenschaftler vom JPL gekommen. Der
Grund der Erkenntnis sind neue Auswertungen von Bildern des MGS (Mars
Global Surveyor), des Mars - Orbiter und Mars Odyssey.
Normal wäre es, dass der Sonnenwind den Wasserdampf in der Hochatmosphäre
ionisiert hätte, was er ja auch beständig macht, und dann wegen
der gleichen Ladungen hinweggeblasen hätte. Dies ist der gleiche
Vorgang wie bei den Kometen, wo es zu den herrlich anzusehenden Schweifbildungen
kommt. Auch hierbei werden austretende Gase und der Staub aufgeladen und
vom Sonnenwind verblasen. Dabei können wir deutlich zwischen zwei
Schweifarten unterscheiden. Es handelt sich dabei um den Staubschweif
und um den Plasmaschweif. Erkennbar ist dies an den leicht unterschiedlichen
Schweifrichtungen und deren Farbe. Ganz deutlich konnten wir dies auf
Fotografien von Hyakutake und Hale Bopp sehen. Die Schweife zeigen dabei
unabhängig der Bewegungsrichtungen jener Objekte, immer von der Sonne
weg.

Dieser Vorgang findet
auch in der Hochatmosphäre der Erde statt und auch sie verliert dadurch
ständig etwas von ihrer Atmosphäre und damit ihr Wasser, denn
Wasserstoff ist das leichteste aller Gase und vorwiegend in großen
Höhen
anzutreffen.
Beim Mars ist es jedoch so, dass seine mittleren Temperaturen derzeit
stark im Minusbereich liegen und somit fast sein gesamtes Wasser als Eis
vorliegt. Seine Entfernung zur Sonne ist einfach ein wenig zu groß,
womit er sich am äußersten Rande der Sonnenökosphäre
befindet. Sicherlich muss dies einmal anders gewesen sein, denn deutliche
Spuren, von Wasser verursacht, sind vielerorts auf dem Mars erkennbar.
Angenommen hatte man bisher, dass das Wasser des Mars sich überwiegend
in den Polkappen befindet, aber auch in sogenannten Permafrostgebieten.
Also in gefrorenen Erdschichten dicht unter der Oberfläche. Die geringen
Mengen
Wasserdampf und Eis in der Atmosphäre sind dagegen unbedeutend.
Da also vorwiegend alles in Form von Eis vorhanden sein muss, konnte hier
der Sonnenwind nur sehr eingeschränkt wirken und kaum das Wasser
dem Mars rauben. Es kann sich daher sowohl in den Polkappen, wie auch
in zugefrorenen Meeren befinden. Dass diese als solche nicht erkennbar
sind, liegt einfach daran, dass sie aus schmutzigem Eis bestehen. Eingefärbt
durch die jahreszeitlich bedingten Staubstürme, oder gar dadurch
zugedeckt, können wir nur die staubigen Ebenen sehen. Auf einer alten
Viking - Aufnahme hatte ich vor Jahren eine solche Ebene entdeckt, welche
diese Aussagen untermauert. Dabei sollte es sich um alte Meeresbuchten
handeln (WELTALLKUNDE Winter 98 auf der letzten Seite). Deutlich war zu
sehen, dass die Einschlaghäufigkeit von Kratern an Land der üblichen
Verteilung entsprach, wogegen in den ehemaligen Buchten nur in den Flachwasserzonen
einige Einschläge zu verzeichnen waren. Auf den großen Flächen
des alten Meeres fehlten sie hingegen ganz.
Aufgrund dieser ungleichen Verteilung der Einschlagkrater, läßt
sich hierbei auf ein geologisch sehr junges Gebiet schließen. Wahrscheinlich
nicht älter als 500.000 Jahre. Kann es vielleicht sein, dass zu dieser
Zeit der Mars eine sonnennähere Bahn hatte und dadurch noch flüssiges
Wasser an seiner Oberfläche ermöglicht wurde. Oder war zu dieser
Zeit die Sonnenaktivität entsprechend höher, wodurch dieser
Effekt ebenfalls ausgelöst werden konnte!? Dies ließe sich
bei Vergleichen mit unserem Erdklima leicht klären.
In der WELTALLKUNDE Frühjahr 02 stellte ich Ihnen in dem Artikel
"Der Mond" (S.9), auch die veränderlichen Bahnexzentrizitäten
der Planeten vor. Daraus ging hervor, dass die Bahnexzentrizität
des Mars vor genau 500.000 Jahren = 0 war. Damit war er der Sonne im Mittel
näher und konnte so mehr Wärme empfan-gen. Sein ganzes Klima
unterlag dadurch keinen so großen Schwankungen und der höhere
Anteil Wasserdampf in seiner Atmosphäre, konnte diese Wärme
speichern. Hierdurch war für einige hundert bis tausend Jahre flüssiges
Wasser auf dem Mars möglich. Längere Zeiträume waren hierdurch
nicht zustande gekommen, denn diese Phase der kreisförmigen Marsbahn,
war wie Sie der Grafik auf S.11 entnehmen können, sehr kurz. Es war
der sehr schmale Peak 2,5mm vor der 0, unserer heutigen Zeit.
Ein weiteres Viking - Bild zeigt eine Bergkette, welche von Norden her
vollständig mit Reif oder Schnee bedeckt ist, wogegen die südlichen
Hänge sich alle im roten Licht des Marsstaubes zeigen. Und die Aufnahme
von Olympus Mons, dem größten Vulkan auf dem Mars, zeigt sogar
Wasserdampfwolken in 15 - 20km Höhe um den Gipfel herum, welche fast
den gesamten Fuß dieses Schildvulkans mit 600 km Durchmesser verdecken.
Bei meinen Referaten weise ich aus den oben genannten Gründen seit
mehr als 8 Jahren auf das mit Sicherheit noch vorhandene Marswasser hin,
denn noch weitere Marsfotos zeigen in der dortigen Atmosphäre Dunst-
und Wolkenstrukturen in 15 - 20km und 40km Höhe. Überhaupt können
Sie auf der Titelseite der Ausgabe Frühjahr 2000 ausgezeichnet die
dichte Marsatmosphäre mit ihren unterschiedlichen Schichtungen begutachten.
Diese ist mit der Erdatmosphäre durchaus vergleichbar. Auch wenn
der Luftdruck auf dem kleinen Mars viel geringer ist. So berechneten Wissenschaftler
des 1900 Jahrhunderts einen Druck von etwa 100 Millibar. Die heutigen
Angaben weichen hiervon ganz entschieden ab, was sicher-lich auch an den
großen jahreszeitlich bedingten Klimaschwankungen liegt. Angegeben
werden nur 6,5 - 9 Millibar, was schon weitgehend einem Vakuum in 40 km
Höhe in der Erdatmosphäre entspricht.
Eines ist ohnehin zu bedenken. Viel Wasserdampf kann in dieser Atmosphäre
nicht vorhanden sein, denn da fast das gesamte Wasser in Form von Eis
vorhanden ist, kann nur eine geringe Menge zu Dampf werden. Hierzu ist
die sehr dünne Atmosphäre allerdings hilfreich, weil bei so
geringem Druck das Eis leichter sublimiert. Dies bedeutet, dass das Eis
direkt vom festen zum gasförmigen Zustand wechseln kann, ohne vorher
flüssig zu werden. Und selbst in der Atmosphäre ist das Wasser
größtenteils als winzige Eiskristalle vorhanden. Regen auf
dem Mars ist aus diesen Gründen z.Zt. nahezu unmöglich. Bestenfalls
graupelt oder schneit es mal vereinzelt ein wenig. Damit sind die Bedingungen
auf dem Mars im Vergleich zur Erde vollkommen konträr. Ob uns daher
der Mars eine Wohnstätte der Zukunft bieten kann, ist mehr als fraglich.
Zudem hat der Mars keine schützende Ionosphäre, die vor der
gefährlichen Weltraumstrahlung schützen könnte. Nur tief
unter seiner Oberfläche, in künstlichen Habitaten, ist ein längeres
Überleben überhaupt möglich. Sollte nämlich Terraforming
angewendet werden, so bildet sich zwar mehr Wasserdampf in seiner Atmosphäre,
gleichzeitig erhöht sich dadurch aber seine Albedo, was die Temperaturen
wieder sinken lässt. Und mehr Kohlendioxid freizusetzen macht auch
keinen Sinn! Hat der Mars doch schon 95% davon in seiner Atmosphäre.
Danach müsste es dort wunderbar warm sein, wenn das Kohlendioxid
als Treibhausgas relevant wäre. Nur eine sonnennähere Bahn könnte
zum jetzigen Zeitpunkt das dortige Klima positiv beeinflussen. Erst viel
später, wenn unsere Sonne langsam immer heißer wird, was in
zwei bis drei Milliarden Jahren der Fall sein wird, können sich die
klimatischen Bedingungen auf dem Mars für eine längere Zeit
zum Besseren wenden.
Wir haben aber auf gar keinen Fall so lange Zeit zu warten. Daher ist
es vordringlich, unseren noch schönen Planeten unbedingt zu erhalten,
denn für uns gibt es nur eine Erde. Ganz davon abgesehen, dass wir
sowieso nicht alle umziehen könnten und der Mars noch dazu viel kleiner
ist. Er böte nur einer sehr geringen Anzahl Menschen eine kurzfristige
Aufenthaltsgenehmigung, da seine Ressourcen noch schneller verbraucht
wären als die der Erde.
Der Flug zu fremden Sternensystemen erscheint unter diesem Aspekt geradezu
aussichtsreicher und wir sollten uns auf unsere Raumfahrtprojekte der
Zukunft konzentrieren. Allerdings muss auch hierbei die Erde für
immer als Ausgangsbasis dienen und ist unverzichtbar. Es wird niemals
eine Möglichkeit geben, eine ganze Erdbevölkerung umzusiedeln.
Wir können bestenfalls die Keime des Lebens in unserer Galaxie verbreiten.
Ob jemals mehr möglich sein wird, kann jetzt noch niemand sagen.
Noch sind unsere Techniken zu unentwickelt und schon der Flug zum uns
nächsten Sternsystem Alpha Centauri, nähme rund 20.000 Jahre
in Anspruch. So gesehen müssen wir unsere Techniken noch ganz entscheidend
verbessern.
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