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Die Atmosphärenrotationen der Planeten Nicht nur, dass die Atmosphären der Planeten recht unterschiedllich in ihren Zusammensetzungen sind, haben sie auch noch verschiedene Mächtigkeiten und demzufolge ganz unterchiedliche Drücke an den Planetenoberflächen. Eines zeichnet jedoch
alle aus, die wir direkt beobachten können und sei es auch nur durch
die im Weltall fliegenden Sonden. Alle Atmosphären haben eine Eigenrotation.
Daran ist eigentlich noch nichts Ungewöhnliches zu erkennen. Vergleicht
man aber die verschiedenen Planeten, so fällt auf, bei allen rotieren
die ATmosphären in die gleiche Richtung, nämlich der jeweiligen
Planetenrotation vorauseilend. Dies fällt um so mehr bei Venus auf,
von der wir wissen, dass sie leicht retrograd rotiert, was bedeutet, sie
braucht für eine Eigenrotation 243d und 14min, wogegen sie für
einen Sonenumlauf nur 244d 16h und 48min benötigt. Während in
Bodennähe nur Windgeschwindigkeiten mit bis zu einem m/s anzuteffen
sind, erreichen sie am Äquator in derHochatmosphäre Geschwindigkeiten
bis zu 360 km/h. Mit dieser Geschwindigkeit ist die Venusatmosphäre
in etwa vier Tagen einmal um den Planeten herum. Ebenso bildet der Uranus
eine Ausnahme, denn auch seine Rotation ist leicht retrograd, weil seine
Rotationsachse um 98º geneigt ist. Aber auch bei ihm eilt die Atmosphärenrotation
der Planetenrotation voraus. Bei den anderen Planeten gibt es sowohl Windzonen
die in östlicher- aber auch in westlicher Richtung wehen. Die Gesamtrichtung
ist stets der Rotationsrichtung voraus und damit in östicher Richtung
wehend. Es scheint dabei einen
Zusammenhang zu geben, welcher auf die Sonneneinwirkung hinweist. Bei
unsserer Erde ist dies am offensichtlichsten. Die Erde rotiert auf ihrer
Bahn vom Nordpol aus gesehen, entgegen dem Uhrzeigersinn und ist damit
linksdrehend. Dadurch geht im Osten die Sonne auf und im Westen wieder
unter. Während eines Tagesverlaufs wird die Erdoberfläche und
die darüber befindliche Atmosphäre aufgeheizt. Durch diesen
Effekt steigt die erwärmte Luft in die Hochatmosphäre auf, in
der sie sich abkühlt und an den Rändern zurück zur Oberfläche
sinkt. Hierdurch entsteht in der Mitte ein Hochdruckgebiet, wogegen die
absinkenden Luftströme die Tiefdruckgebiete verursachen. Dreht sich nun die
Erde langsam weiter, so beginnt in der abendlichen Dämmerzone die
warme Luft langsam abzukühlen. Auf der entgegengesetzten Seite, nämlich
in den frühen Morgenstunden, ist die tiefste Temperatur der Nacht
durch Abkühlung inzwischen erreicht. Von beiden Seiten gesehen strömen
also die kühleren Winde in Bodennähe zur aufstrebenden wärmeren
Luft der Tagseite. Damit ist aber gegeben, dass die Strömung aufgrund
des stärkeren Temperaturunterschiedes von der morgendlichen Westseite
stärker strömt, als von der sich gerade abkühlenden abendlichen
Ostseite. Möglicherweise
ist dies die treibende Kraft der Atmosphärenrotation, die somit der
Planetenrotation stets vorauseilt. Und am Äquator ist sie besonders
stark, weil hier die größten Temperaturunterschiede vorhanden
sind. In der Sahara können so leicht bis zu 80º unterschied zwischen
Tages- und Nachttemperatur entstehen. Dass nun nicht alle
Luftströme die leiche Richtung einnehmen, liegt an den Wirbelrichtungen
der Hoch- und Tiefdruckgebiete, bedingt durch die Corioliskraaft der Erdrotation.Aus
diesem Grund sind die Hochs auf deeer Nordhalbkugel der Erde immer rechtsdrehend
und die Tiefs immer linksdrehend. Auf der Südhalbkugel sind diese
Drehrichtungen dann entgegengesetzt herum. Hierdurch können in bestimmten
Breitengraden die Luftströmungen entgegen der Planetenrotation wehen.
Dieser Faktor begünstigt jedoch die oben beschriebene Wirkung, denn
die linksdrehenden- auf der Nordhalbkugel, sowie die rechtsdrehenden Tiefs
der Südhalbkugel, bringen in Bodennähe die stärkeren kühlen
Luftströmungen. Sie wehen mit mittleren Stärken um 4–6 Beaufort,
was 5–20 m/s ausmacht. Dagegen sind die mittleren Stärken der Hochs
mit 2–4 Beaufort (1,5–5 m/s) wesentlich schwächer. Gerade Tiefs sind
wohl daher die treibenden Faktoren, welche aber durch die warme, aufsteigende
Luft der Hochs verursacht werden. Sie sehen schon an den bevorzugten Richtungen
der Luftströmungen, dass hier eine Tendenz in Rotationsrichtung der
Planeten entsteht. Diese ist in Äquatornähe besonders stark
und nimmt zu den Polen hin ab, da die polaren kalten Luftströme in
Äquatorrichtung fliessen. Daraus ergeben sich auf der Norhalbkugel
der Erde die Nordost-Passat-Winde. Selbst bei Uranus und Venus funktioniert diese Mechanik, obwohl die Rotation der Planeten retrograd ist. Auch bei ihnen eilen die Atmosphärenrotationen den Planetenrotationen voraus. |