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ITV
- Stadt 2008
von
Stefan Dylus
Eigentlich
hatte ich mir den ITV schon abgeschrieben. Den Samstag hatte ich zwar
frei bekommen, dafür wurde mir für den Freitag die Spätschicht bis 20:00
Uhr eingetragen. Eine meiner Arbeitskolleginnen hatte aber Erbarmen
mit mir und tauschte kurzfristig die Frühschicht. Ja, und dann konnte
es doch losgehen. Die Wettervorhersage war sehr gut und ich versuchte
noch einen Bekannten zu überreden auch zu kommen. Meine Argumente haben
aber leider nicht ausgereicht. Tanja bereitete unser Wohnmobil vor und
kaufte einige gute Leckereien für das Wochenende. Am Freitag früh musste
ich dann ja noch Arbeiten, Tanja wartete aber Punkt 16:00 Uhr vor der
Tür auf mich, und wir fuhren sofort los. Die 405 km lange Strecke fuhren
wir ohne Stopp und zum Glück auch ohne Staus durch. Um ca. 20:30 Uhr
trafen wir mit Hilfe unseres Navi´s in Gedern ein und suchten einen
geeigneten Platz.
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Wir
waren zum ersten Mal auf dem „neuen“ Vogelsberggelände. Der riesige
Platz war über voll mit Gleichgesinnten und ihren Zelten, Womos
und Teleskopen. Eine richtige „ITV Stadt“. Nach einiger Suche fanden
wir eine relativ leere Stelle und beschlossen uns dort nieder zu
lassen. Danach schauten wir uns erst einmal ein bisschen um und
trafen Walburga Küchle und Siegfried Bergtal. Die uns gleich darauf
aufmerksam machten, daß unser schönes hart erkämpftes Plätzchen
peinlicherweise mitten im Ausstellerbereich liegt. Oh je, bloß schnell
abhauen und die Fliege machen bevor ein Platzverweis auf Lebensdauer
droht. Und die anwesenden Hobbyastronomen uns mit ihren Stativen
und Refraktoren, mit mindestens 800 mm Brennweite aus dem Astroparadies
vertreiben. Unser neues Quartier schlugen wir direkt am Gedener
See bei Michael Koch (FS-2) auf. Jetzt konnten wir uns endlich im
letzten Dämmerungslicht umsehen. |
Gegenüber des alten ITV Stoppelfeldes hatte der neue Platz schon ein
paar Extras zu bieten.Z. B. ausreichend Stromanschlüsse, befestigte
Zufahrt und nah gelegene Einkaufsmöglichkeiten. Da ich beim Ausbau von
unserem Womo auf ausreichend Batterien Wert legte (2x mit 100A), war
das mit dem Strom für mich nicht relevant. Star des Abends war eigentlich
ein Planet. Saturn konnte man in jedem zweiten Teleskop bewundern und
natürlich vergleichen mit verschiedenen Geräten und Okularen.
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ich an diesem Tag bereits um 5:00 Uhr Morgens aufgestanden bin und
die Anfahrt auch ziemlich anstrengend war, machte sich so langsam
die Müdigkeit breit. Dennoch entschloss ich mich, meine Losmandy
G-11 aufzubauen und noch einen Blick durch mein C-11 zu wagen. Tanja
hatte inzwischen das Bett in Beschlag genommen. Ich weiß auch gar
nicht mehr wie lange ich noch durchhielt, aber zum Schluss hatte
ich doch aufgegeben mit der Müdigkeit zu kämpfen. Der nächste Morgen
war sonnig und warm. Wir frühstückten zu einer Zeit, wo andere Mittagessen,
aber so sind sie halt die Hobbyastronomen. Das Mittagessen ließen
wir ausfallen, da wir unsere Bekannten um 16:00 Uhr zum Grillen
eingeladen hatten. |
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Jetzt musste aber zuerst das für uns neue ITV-Gelände bei Tageslicht
erkundet und durchgekämpft werden. Die Dobsons waren nach meiner Meinung
eindeutig in der Mehrheit.
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Vom
Selbstgebauten bis zum Gekauften, groß und klein alles war hier
vertreten.Zwei modifizierte G-11 Montierungen fielen mir sofort
ins Auge. Eine der beiden war für mich interessant, da ich diesen
Umbau auch in ähnlicher Weise vorhatte. Der Nachmittag verging wie
im Flug und bevor wir uns versahen standen unsere Grillgäste vor
unserem Auto. |
Mit
Hilfe von Koch Junior Joschua war die Grillkohle schnell angeheizt.
Unser Namibia-Spezialgrill erledigte den Rest. Mit vollen Bäuchen und
vielen Neuigkeiten, bereiteten wir uns auf die lange Nacht vor.
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Die Transparenz der letzten Nacht wurde leider nicht mehr erreicht,
dennoch machten Tanja und ich einen Spaziergang. Ein einsamer Takahashi-Refraktor
mit seinem stolzen Besitzer fiel mir auf oder war es eher seine
Zigarre, deren Duft für uns unangenehm erschien. Als wir näher kamen
machte der nette Herr, niederländischer Abstammung, den Stinkstummel
aus. Man muß ja zum Takahashi nicht viel sagen – Saturn ein Traum. |
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Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile, bis wir dann zum nächsten
Ereignis gingen. Zurück am Womo nahm ich Saturn aufs Korn. Einige Leute
kamen vorbei zum gucken.
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Jeder
kennt es, jeder weiß es - dann wenn viele Menschen da sind, passiert
was. In diesem Fall machte meine GoTo mucken. Ist ja logisch, kein
Licht, kein Werkzeug – na Bravo. Tanja machte sich ins Bett und
ich noch eine Runde um den Platz, bevor ich dann auch das Bett aufsuchte.
Der Sonntagmorgen brachte den Montierungsfehler ans Licht. Die Rek.-Schnecke
hatte zu großen Druck auf das Zahnrad. Dadurch hatte der Motor im
Schnelllauf versagt. |
Nach
dem Frühstück verabschiedeten sich unsere Bekannten, die wir, falls
alles klappt, auf der AME wieder sehen werden. Auch wir schlugen unser
Lager ab und machten uns auf die 405 km lange Heimreise ins schöne Allgäu
zurück.

Fotos/Bericht
©2008 Stefan Dylus/GfW
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