|
Magic
Das neue Gammateleskop auf La Palma
| Nachdem
es bei einem lange zurück liegenden Brand auf dem Roque de Los Muchachos,
zu irreversiblen Schäden an den gesamten Verkabelungen dieses Grundlagenexperimentes
gekommen war, entschloss man sich es nicht mehr weiter zu führen.
Es diente dem Nachweis der sekundären Teilchen und Wellen in der Höhenstrahlung.
Dabei wurden erstmals Myonen gefunden. Später fand man diese Teilchen
auch bei Ringbeschleuniger - Experimenten. Es handelte sich hierbei
um Grundlagenforschung, wobei in der Höhenstrahlung Energiemengen
auftreten, die wir keinem Teilchen in irgendeinem Beschleuniger vermitteln
könnten. Aus diesem Grund erhofft man sich weitere exotische Teilchen
auf diese Weise zu finden. |
| Das
Magic ist nun ein Teleskop, welches winzige Lichtblitze im sichtbaren
Licht in 10 - 15 km Höhe nachweisen kann. Diese Lichtblitze entstehen,
wenn fast lichtschnelle Teilchen der Weltraumstrahlung auf atmosphärische
Teilchen prallen. Dabei erzeugen sie ganze Schauer neuer Teilchen,
die ebenfalls fast lichtschnell sind und somit Cherenkov - Strahlung
aussenden. |
 |
| Mittels
dem registrierten Licht können daraus die Energien der Ursprungsteilchen
ermittelt werden und aus welcher Richtung sie kamen. Die aus dem Weltraum
kommenden superrelativistischen Teilchen stammen in der Hauptsache
von neuen Supernovae. Aber auch von ehemaligen Ereignissen kommen
immer noch solche Teilchen hier an und erzeugen so riesige Teilchenschauer.
Diese prasseln über mehrere Quadratkilometer verteilt auf die Erde
hernieder. Das Teleskop ist eine offene Gitterkonstruktion und besteht
aus einer Vielzahl Einzelspiegel. Diese werden ebenso wie bei den
anderen Großteleskopen durch Aktuatoren einhundert mal pro Sekunde
in die richtige Lage gedrückt. Dies ist in etwa mit einer adaptiven
Optik vergleichbar. Der Spiegel hat insgesamt einen Durchmesser von
17 m und ist damit etwa 227 m2 groß. Immer vier Spiegel mit je einem
halben Quadratmeter Fläche ergeben zusammen ein Paneel, welches von
den Aktuatoren ausgerichtet wird. Die Spiegel bestehen aus Aluminium,
wodurch sie leicht und gut zu positionieren sind. Überhaupt soll das
Teleskop schnell schwenkbar sein und innerhalb von 20 Sekunden jedes
Objekt am Himmel ansteuern können. Aus diesem Grund ist es so leicht
wie möglich gebaut worden. Magic untersteht einem Verbund von Instituten
aus Europa ( Magic Collaboration). Führend ist das MPI für Physik,
München. Wir von der GfW haben nun das besondere Glück, den leitenden
Ingenieur von Magic zu kennen. Von ihm erfuhren wir, dass noch ein
weiteres, gleiches Gerät auf dem Roque de Los Muchachos gebaut werden
soll. Beide zusammen sollen später auf Ziele am Himmel gerichtet werden.
Allerdings nicht um Interferometrie damit zu betreiben, sondern um
möglichst viele Photonen von den jeweiligen Ereignissen zu registrieren.
Hierdurch können die Ergebnisse optimiert werden. Vielleicht haben
Sie es im oberen Teil schon bemerkt. Gammalicht ist mit diesen Teleskopen
nicht nachzuweisen, sondern nur sichtbares Licht, nämlich das der
Cherenkov - Strahlung. So geschieht damit nur ein indirekter Nachweis,
denn die bei den Spallationsprozessen erzeugte Gammastrahlung, sieht
ein solches Teleskop nicht. Diese ginge durch die Aluminiumspiegel
einfach hindurch. Aber immerhin ist es das derzeit einzige Experiment
mit deutscher Beteiligung auf La Palma und vielleicht findet man ja
tatsächlich damit neue Teilchen. Die Cherenkov - Strahlung wird sie
verraten. |
Bericht/Fotos
©2006 Michael Köchling/GfW
|